Guter Geist der Region: Gin Eva Mallorca

Da rief der Mensch: „Diesmal ist sie es! Sie ist genau wie ich,
und sie gehört zu mir, sie ist ein Stück von mir!“ (1. Mose 2:23)

Ach wie beneidenswert einfach hatte es Adam noch bei der Partnersuche, denn im Paradies war die Auswahl deutlich eingeschränkt. Im Tinder-Zeitalter brauchen wir meist etwas Anlauf, bis wir mit unserem Traumpartner zusammen sind. Umso mehr freut es mich, dass Ihr Euch gefunden habt und nun Ausschau nach einem Hochzeitsfotografen haltet! Wenn ich nicht gerade auf Hochzeiten fotografiere, das kann ich jetzt gestehen, trinke ich wie viele hier auf Mallorca gelegentlich mit großem Genuss ein Glas Gin Tonic. Doch das Angebot ist groß, welchen Gin soll man nehmen? Einige Gin-Experten sind auf ewiger Gralssuche nach der perfekten Kombination von Trinkgefäß, Gin und dem passenden Tonic. Auf meiner lokalen Suche bin ich auf Gin Eva gestoßen.

Um Euch den leckeren Gin Eva in sinnlichen Fotos schmackhaft zu machen, und weil mich die Herstellung selbst interessierte, habe ich neulich die Destillerie von Gin Eva Mallorca in Llucmajor besucht.

Gin Eva aus Llucmajor

Die Schöpfungsgeschichte von Gin Eva

Am Anfang war der Wacholderschnaps.

Dem einen oder anderen Leser mag es aufgefallen sein: Gin Eva ist ein kleines Wortspiel und erinnert an das Ursprungsgetränk Geneva, das der Niederländer Wilhelm III. nach London brachte, als er 1689 den englischen Thron bestieg. Gleichzeitig ist Eva auch der Name der Frau, die zusammen mit dem Brennereibesitzer Stefan Winterling die Spirituose herstellt. Der „Pfälzer Bub“ stammt aus einer eingesessenen Winzer-Familie und baut nach wie vor hauptberuflich Wein auf dem Weingut Son Companer in der Nähe von Palma zwischen Inca und Sencelles an.

Zunächst probierten sich die beiden an Weinbrand, Trester und Feigenschnaps. Seit 2011 leiten sie ihre unabhängige Brennerei. Jedes Jahr können sie mehr Freunde für ihre köstlichen Produkte gewinnen, weshalb seit 2016, als die Marke von 10.000 Flaschen pro Jahr erreicht wurde, keine Eigenabfüllung vor Ort mehr möglich ist. Das hochprozentige Destillat kommt daher heute zur Abfüllung in die Fabrik des bekannten Markenherstellers Túnel. Dort wird es in hochmodernen Anlagen mit reinem Osmosewasser auf Trinkstärke verdünnt, abgefüllt, etikettiert und im Großhandel vertrieben. Durch die enorme Hilfe des Großfabrikanten, der selbst keinen Gin im Programm hat, können Stefan und Eva ihre ganze Liebe dem Geschmack des Produktes widmen.

Gin Eva aus Llucmajor

Verboten gute Früchte für ein authentisches Geschmackserlebnis aus Mallorca.

Der Geschmack kommt übrigens ganz anders in die Flasche, als ich es vor meinem Destillerie-Besuch erwartet hätte. Gin wird keineswegs direkt aus Wacholderbeeren gewonnen. Zunächst benötigt man reinen Ethanol, also feinsten Alkohol ohne Methanol-Anteile. Der Alkohol wird aromatisiert und destilliert. Als Erstes veredelten die Engländer den Wacholderschnaps, den die Niederländer um 1700 importierten. Sie griffen die Idee auf, Schnaps zu aromatisieren und verwendeten dafür viele exotische Zutaten, die in den eroberten Kolonien gerade entdeckt wurden: Zitrusfrüchte, Koriander und andere Gewürze. Heute gilt der London (Dry) Gin als beliebteste Gin-Sorte. Die Regeln für die Herstellung sind in der EU streng vorgeschrieben. Nur natürliche Zutaten dürfen verwendet werden.

Stefan Winterling war das nicht genug. Er wollte ein regionales Produkt herstellen, das möglichst vollständig aus mallorquinischen Zutaten besteht. Inzwischen ärgert es ihn ein wenig, dass es zwar einige Gin-Marken großer Hersteller gibt, die mit der Ortsbezeichnung Mallorca werben, doch Gin Eva ist der erste und einzige Gin, der auf Mallorca produziert wird. Große Brennereien kippen oft nur Alkohol und Aromen zusammen. Da kommt selten echte Leidenschaft ins Glas. Anders bei Gin Eva!

Die ersten sinnlichen Schritte führen Stefan Winterling an die Küstengebiete Mallorcas. Dort, in den sandigen Dünen und Hügeln, besonders gern an den schönen Wanderwegen am Cap des Salines, pflückt er eigenhändig Wacholderbeeren. An den Sträuchern, so erfahre ich von ihm, hängen immer drei Generationen. Der routinierte Winzer wählt erlesene Beeren aus, sowohl die reifen, roten als auch einige grüne, die ebenfalls ein intensives Aroma entfalten. Da auf Mallorca nur die phönizische Art des Zypressengewächses gedeiht, kommen in der Brennerei noch aufgekaufte gemeine Wacholderbeeren (lat. ginepo comune) in den Alkohol-Bottich. Während andernorts getrocknete Fruchtschalen verwendet werden, fügt er nun ganze, unbehandelte, frische Früchte hinzu, bevorzugt die Bitterorange. Diese Ur-Orange, auch Pomeranze genannt, wird leider immer mehr vom Markt verdrängt und kann nur von Januar bis März geerntet werden. Sie gibt dem Gin ein spezielles feinherbes Aroma. In der übrigen Zeit müssen veredelte Süßorangen und Zitronen herhalten, die auf einer Finca bei Palma geerntet werden. Die Früchte, der Fachmann spricht von „Botanicals“, werden zum Schluss mit Gewürzen abgerundet, das genaue Rezept wird hier natürlich nicht verraten.

Gin Eva aus Llucmajor

Der Herstellungsprozess.

Es werde eine Ausdehnung inmitten der Wasser,
und sie scheide die Wasser von den Wassern! (1. Mose 1:6)

Der Alkohol spaltet die Zellstruktur der Früchte und Gewürze auf, dadurch lösen sich die Aromen aus den Zellen. In der Fachsprache heißt der Vorgang Mazeration. Das Mazerieren dauert mindestens ein bis zwei Wochen, bis aus den Zutaten möglichst viele Geschmacksstoffe gewonnen wurden. Jeden Donnerstag wird das Zwischenerzeugnis, das auf den Fotos wie eine Riesen-Sangria aussieht, destilliert. Den Zeitpunkt kann sich die Brennerei nicht frei aussuchen. Der Brenner ist in der meisten Zeit verplombt. Nach der rechtzeitigen Terminanmeldung kommt ein Zollbeamter pünktlich auf die Minute vorbei, überwacht die Entfernung der Plombe und setzt sie nach dem Destillieren wieder auf. Außerhalb der angemeldeten Brennzeit darf die Destille nie in Betrieb genommen werden. Schwarzbrenner sehen hier eindeutig Rot (siehe Foto).

Beim Destillieren werden alle flüchtigen Stoffe wie Bitteraromen und Farben gefiltert. Es bleiben ätherische Öle im Gin übrig. Diese Öle können das Getränk trüben. Eine Trübung ist daher ein Qualitätsmerkmal. Die Industrie filtert oft, damit die Farbe durchsichtig bleibt. Doch mit den Farbstoffen werden auch Geschmacksstoffe herausgefiltert, das Produkt schmeckt also nicht mehr so gut. Der Gin von Gin Eva muss nicht geklärt werden und kommt bereits glasklar aus der Destille. Zum Schluss muss das hochprozentige Destillat in Milchkannen mehrere Monate oxidieren, damit sich der Geschmack weiter entfaltet und harmonisiert.

Man sieht, die Gin-Herstellung ist sehr zeit- und kostenintensiv. Vor- und Nachlauf der Destillation werden vernichtet. Das verwendete Herzstück enthält 80 Prozent Alkohol, muss daher mit Osmosewasser auf 45% verdünnt werden. Gin Eva enthält gemäß der Vorschriften für London Gin keine Zusätze wie Zucker und weitere Aromen.

Gin Eva aus Llucmajor

So kommt Ihr in den Genuss von Gin Eva Mallorca

Geben ist seliger denn nehmen

Spanien gilt als Premiummarkt für Gin. Obwohl das Land noch eine moderate Alkoholsteuer erhebt, gehen ca. drei Euro pro Flasche an den Staat. Daher sind 35 Euro Bodega-Preis pro 0,7-Liter-Flasche für ein liebevoll erstelltes Produkt im Vergleich zu Industrieprodukten wahrlich nicht viel. Nun fragt Ihr Euch, wo Ihr den Gin bekommt? Fast alle Delikatessenläden auf Mallorca führen Gin Eva. Wenn Ihr ein authentisches Mallorca-Produkt als Souvenir mit nach Hause nehmen möchtet, könnt Ihr Gin Eva zweckdienlich am Flughafen erwerben und somit „Mallorca in der Flasche konservieren“. In der Brennerei stehen auch die hervorragenden Familienweine aus der Pfalz zum Verkauf, die ich ebenfalls guten Gewissens empfehlen kann.

Gin Eva aus Llucmajor

Gin Eva für die Hochzeitsfeier

Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei;
ich will ihm eine Gehilfin machen,
die um ihn sei (1. Mose 1:6)

Auf Hochzeiten sind exquisite Gin-Mixturen kaum noch wegzudenken. Noch mehr kann ich Euch daher ans Herz legen, Euren Hochzeitsgästen meine bescheidene Gin-Empfehlung anzubieten. Die Brennerei liefert unkompliziert ab einer Abnahme von einer Kiste. Eine Bestellung auf der Homepage genügt. Oder besucht Stefan Winterling einfach persönlich in der Brennerei. Jeden Donnerstag finden in der Werkshalle kostenlose Verköstigungen statt. Hochzeitspaare, Caterer und Weddingplaner können gern einen eigenen Termin vereinbaren. Exklusiv für die Leser dieses Artikels bietet die Brennerei ein Schmankerl an: Hochzeitspaare können das Tasting statt in der Industriehalle etwa im Rahmen einer Get-Together-Party auf dem idyllischen Weingut Son Campaner buchen. Auf Wunsch auch mit zusätzlichem Catering werden Euch im romantischen Ambiente reine Gin-Sorten angeboten, die ganz ohne Tonic ein hervorragendes Digestiv abgeben. Das Weingut ist nebenbei ein kleiner Geheimtipp für ein Foto-Shooting mit dem Brautpaar.

Kontaktinfos und den Onlineshop von Gin Eva findet man unter http://www.gin-eva.com

Und jetzt genug der Worte. Selbstverständlich habe ich noch so manchen fotografischen Eindruck aus der Brennerei mitgebracht. Ich wünsche viel Spaß beim Schauen:

Gin Eva aus Llucmajor
Gin Eva aus Llucmajor
Gin Eva aus Llucmajor
Gin Eva aus Llucmajor
Gin Eva aus Llucmajor
Gin Eva aus Llucmajor
Gin Eva aus Llucmajor
Gin Eva aus Llucmajor
Gin Eva aus Llucmajor
Gin Eva aus Llucmajor
Gin Eva aus Llucmajor
Gin Eva aus Llucmajor